Fahrradanhänger

How To: Fahrradanhänger selbst bauen

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Making Of

Einleitung

Einen Fahrradanhänger hatte ich mir schon immer gewünscht. Schon lange hatte ich den Wunsch, nicht ständig auf das Auto angewiesen sein zu müssen. Da ich gerne Fahrrad fahre, kam mir schnell die Idee, einen Fahrradanhänger zu besitzen, um vor allem Einkäufe (Getränkekisten) von nun an ohne Auto erledigen zu können. Zwar gibt es online bereits für schmales Geld super Fahrradanhänger zu kaufen: 
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Ein solcher Fahrradanhänger von Amazon Punktet mit diversen Vorteilen: Er ist günstig, kann morgen schon geliefert werden und ist zudem als Handwagen verwendbar. Und dennoch, mir ging es mir nicht darum, einen zu besitzen, sondern mich zu fragen, ob ich selbst einen bauen könnte. So schwer kann das ja nicht sein. Außerdem war mir das ganze Kunststoffzeugs irgendwie nicht ökologisch genug.

Los geht’s

Der Grundrahmen

Die erste IdeeUm nur eine Getränkekiste transportieren zu können, wäre es mir den gesamten Aufwand nicht wert gewesen. Mein Hänger sollte mindestens zwei Bierkisten transportieren können. Also ging es los. Es wurden 40 x 40 x 3 mm Vierkantstahlrohre besorgt und der Grundrahmen geschweißt. Erstaunlich, Amazon liefert so etwas frei Haus. Leider habe ich vom Grundrahmen kein Bild gemacht. Das der Wagen mal so gut wird, dass ich darüber bloggen werde, war anfänglich nicht vermutet. 

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Die Grundplatte

GrundrahmenDie Grundplatte war – nachdem ich den Rahmen einmal zusammengeschweißt war, total simpel. Aus einer Dachlatte aus dem Baumarkt wurden zwei Querstreben gebastelt, die mit 5 Längsstreben verschraubt wurden. Damit entstand binnen 10 Minuten die einfachste und leichteste Grundplatte, die mir in den Sinn gekommen ist. Zudem ist sie ökologisch und sieht klasse aus. Es macht jedoch auf jeden Fall Sinn, die Dachlatten noch mit Sandpapier zu behandeln, um Spreisel und Splitter zu minimieren.

Die Ladungssicherung und die Deichsel

Die UmrandungDie Getränkekisten dürfen natürlich nicht herunterrutschen. Da von dem Vierkantrohr noch etwas übrig war, wurden aus ihm 4x senkrechte Stützen hergestellt, die später die Umrandung um den Hänger halten sollen. Diese Umrandung – so stellte sich heraus – kann sinnvollerweise gleich als Deichsel genutzt werden.

Die Kupplung

KupplungIch habe mir lange den Kopf darüber zerbrochen, eine eigene Kupplung herzustellen. Das Schweißen klappte ja jetzt schon ganz brauchbar. Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr stellte ich fest, es ist sinnvoller, sich auf ein bewährtes System zu verlassen. Zum Glück gibt es so etwas bereits fertig zu kaufen. Dies bietet den weiteren Vorteil, dass es universell auch für andere Hänger verwendbar ist und günstige Adapter für ein Zweitrad verfügbar sind. Ich habe mich für ein System mit Feder entschieden.

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Das Biegen der Deichsel

DeichselFür die Deichsel kam ein Verchromtes Rundrohr zum Einsatz, da es am besten mit der gekauften Kupplung zu verbinden ist. Anfangs habe ich nicht ganz verstanden, warum alle Deichseln immer so eine komische Biegung haben. Als ich mir jedoch vorstellte, die erste Rechtskurve zu fahren, wurde mir ganz schnell klar: Das Hinterrad des Fahrrad braucht Platz. Folglich musste ich mich erkundigen, wie man Rohre sauber biegt, ohne sie zum Knicken zu bringen. Rohrbiegegeräte wären hier das ideale Tool gewesen, allerdings wollte ich nicht erneut auf Bestellung warten. Für das Gesamtergebnis wäre es jedoch sicherlich eine gute Option gewesen.

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Ich habe mich erkundigt und herausgefunden, dass man Rohre biegen könne, wenn man sie zuvor mit Sand füllt. Sand hätte ich zwar da gehabt, allerdings wäre es mir links und rechts beim Biegen aus dem Rohr gefallen, so dass der Innenwiderstand nicht gegeben wäre. Folglich blieb nur noch das Erhitzen des Rohres. Mit Hilfe eines kleinen Bunzenbrenners bzw. einer Lötlampe konnte das Rohr problemlos erhitzt und kinderleicht händisch gebogen werden. Einzig die Verchromung wurde dadurch mattiert.

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Das fertige Ergebnis