Sonnenaufgang auf 2.000 Metern

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Es war tatsächlich schon lange mein Traum, einmal den Sonnenaufgang auf einer Bergspitze zu erleben. Als mich ein guter Freund fragte, ob ich Lust hätte, mit ihm auf dem Säuling zu übernachten, sagte ich sofort zu. Schließlich bot sich das verlängerte Wochenende ideal dazu an.  Der Säuling ist ein Berg an der deutsch-österreichischen Grenze in den Ammergauer Alpen (nördliche Kalkalpen). Seine markante pyramidenähnliche Silhouette ist eines der Wahrzeichen der Region zwischen Füssen und Pfronten, die man als Reisender aus nördlicher Richtung schon von weitem erkennt, da sie sich jäh ansteigend über das davorliegende Hügelland erhebt. Die Höhe des Gipfels beträgt nach deutscher Messung 2047 m ü. NN. Von dort aus sieht man auf die Zugspitze, auf Neuschwanstein und auf den Forggensee.

Der Aufstieg

Da wir von Pflach aus auf 840m ü NN starteten, hatten wir gute 1000 Höhenmeter zu unserem Nachtlager zurückzulegen. Wir starteten gegen 19:30 Uhr und erreichten ziemlich genau mit Eintritt der Dunkelheit das Hochplateau unterhalb des Berggipfels, auf dem wir übernachteten. Ursprünglich hatten wir die Idee, ein kleines Lagerfeuer zu errichten, weswegen wir Feuerholz mitnahmen. Wir wurden allerdings vom Hüttenwirt des Säulinghauses aufgeklärt, dass es strengstens verboten sei, im Naturschutzgebiet ein Feuer zu machen. Man werde dort direkt mit dem Helikopter kostenpflichtig abgeholt. Auch das Campieren mit Zelt ist strikt untersagt. Nächtigen im Schlafsack ist zwar auch nicht erwünscht, wird aber toleriert. Und so gaben wir unsere 10kg Feuerholz freiwillig ab. Schade um das Gewicht.

Die Nacht

Von den 8 Campern, die wir waren, hatte noch keiner zuvor auf einem Berg in 2000 Metern Höhe ohne Zelt geschlafen. Dementsprechend wusste keiner so recht, was auf uns zu kam. So mussten wir lernen, dass Tau und Luftfeuchtigkeit das Plateau regenähnlich durchnässt haben. Schuhe und Kleidung, die vom Aufstieg mit den teils 19 Kilogramm schweren Rucksäcken sowieso schon durchnässt waren, würden also bis zum nächsten morgen nicht trocken werden. Die Nacht war klar, es gab Sternschnuppen und Millionen von Sternen zu sehen. Es schlief sich bei geschätzten 10°C jedoch erstaunlich gut. Der größte Nachteil war dann das Klingeln des Weckers um 04:30 Uhr und der 10 Minuten später stattfindende Aufstieg von 150 Höhenmetern. Ohne Frühstücken, natürlich. Doch der bereits orange gewordene Horizont versprach viel.

Der Sonnenaufgang

Pünktlich zum Sonnenaufgang erreichten wir die Spitze des Säulings. Die Strahlen wärmten uns, es war ruhig und unglaublich schön. Die Sonne beleuchtete die einzelnen Bergspitzen der umliegenden Berge, welche teilweise noch von Nebel umschleiert waren. Die Bilder hiervon seht ihr hier: